Das einheitliche Bedienkonzept

12. August 2011 | Von | Kategorie: Standards

Bedienpult Standardbelegung

Das einheitliche Bedienkonzept für alle Komponenten der Palettier- und Verpackungsmaschinen und Palettentransport-Anlagen hat sich schon seit den 1980er Jahren bewährt. Um eine möglichst gleiche Bedienung für alle Maschinengruppen zu ermöglichen, sind die Bedienelemente links immer funktionsgleich, die grau angedeuteten Bedienelemente stehen für individuelle Funktionen der jeweiligen Maschinengruppe zur Verfügung. Die Funktionalität hat sich im Laufe der Jahre nur unwesentlich geändert.

Zunächst die Belegung der Tasten:

1-Oben = Not-Aus-Taster
3-Oben = Leuchttaster rot: „Not-Aus / Sicherheitssystem“, Taster: Entsperren
4-Oben = Leuchttaster blau: „Störung“, Taster: Störung Quittieren

1-Mitte = Leuchttaster klar: „Automatik-Start“ (Meldung Freigabe Automatik)
2-Mitte = Meldung grün: „Automatik“ (Blinkend: Handbetrieb)
3-Mitte = Taster schwarz: „Funktion A“
4-5-Mitte = Display: Handfunktion, im Automatikbetrieb ggf. aktiver Zähler

1-Unten = Taster rot: „Stop“ (Automatik aus, Störung quittieren)
2-Unten = Taster gelb: „Grundstellung“ (2 Sek. Richtimpuls)
3-Unten = Taster schwarz: „Funktion B“
4-Unten = Taster schwarz: „Anwahl +“ (Anwahl Handfunktion)
5-Unten = Taster schwarz: „Anwahl -“ (Anwahl Handfunktion)

Funktionsbeschreibungen:

  1. Not-Aus, Sicherheitssystem: Maschinen, die aus mehreren Gruppen bestehen haben auch mehrere Sicherheitskreise. Der manuell betätigte Not-Aus gilt immer für die gesamte Anlage, das heißt, wenn ein Not-Aus-Taster betätigt wird, wird die gesamte Maschine stillgesetzt. Die lokalen Sicherheitskreise der einzelnen Maschinenteile sind Sicherheits-Lichtvorhänge oder Türüberwachungsschalter. Bei Unterbrechung eines Sicherheitskreises wird nur der betreffende Maschinenteil stillgesetzt. Bei der Meldung wird unterschieden: Ruhiglicht = globaler Not-Aus, Blinklicht (1 Hz) = lokales Sicherheitssystem. Die Entsperrfunktion gilt für beide Systeme.
  2. Störungen werden über die blaue (früher gelbe) Störungsmeldung durch schnelles Blinken (2 Hz) angezeigt. In Einzelfällen können auch weitere Störungslampen für unterschiedliche Störungsarten vorhanden sein. Quittierbare Störungen können an dem blauen Leuchttaster quittiert werden oder auch am STOP-Taster.
  3. Hand/Automatik: Die Umschaltung zwischen Hand- und Automatikbetrieb erfolgt über die Tasten „Automatik-Start“ und „Stop“. Wenn die Automatik aus ist, befindet sich die Maschine im Handbetrieb. Bei Auftreten einer Störung schaltet sich die Automatik aus, und die Maschinengruppe wird stillgesetzt, damit wird ein selbsttätiger Wiederanlauf verhindert. Die Automatik kann nur über „Automatik-Start“ eingeschaltet werden, wenn die Maschinengruppe störungsfrei ist. Die Automatik-Lampe zeigt durch Ruhiglicht den Automatikbetrieb an und durch Blinklicht (1 Hz) den Handbetrieb. Die Automatik ist nur freigegeben, wenn der Automatik-Start-Leuchttaster leuchtet. Dies ist der Fall, wenn die Maschinengruppe störungsfrei ist und alle Komponenten (z.B. Antriebe und Wegerfassungen) bereit sind. Bei Maschinengruppen mit Servo-Antrieben oder anderen Antrieben mit Wegerfassung zeigt der schnell blinkende Automatik-Start-Leuchttaster an, das noch Antriebe referenziert (Abgleichen der Wegerfassung auf den Nullpunkt) werden müssen.
  4. Der Grundstellungstaster dient zunächst dazu, eine Gruppe von Antrieben in ihre Anfangsposition zu fahren. Bei Antrieben mit Wegerfassung (z.B. Servos) müssen dafür alle Antriebe referenziert sein. Ist dies nicht der Fall, wird mit der Grundstellungtaste ein Referenzierungslauf gestartet. Wird die Taste länger als 2 Sekunden gedrückt, wird der laufende Prozess auf den Anfang zurückgesetzt und involvierte Zähler auf Null gesetzt.
  5. Handbedienung: Mit den Tastern „Anwahl +“ und „Anwahl -“ wird die gewünschte Handfunktion angewählt und mit den Tastern „Funtion A“ und „Funktion B“ ausgeführt. Die Anwahl wird auf dem Display als Zahl angezeigt. Bei Palettierern dient das Disply im Automatik-Betrieb zur Anzeige des Lagenzähler-Istwertes. Die Umschaltung zwischen den beiden Anzeigen geschieht über einen beliebigen der vier Handfunktionstaster (Handfunktionsnummer) und den Automatik-Start-Taster (Anzeige laufender Zähler). Ist in der Maschinengruppe kein anzuzeigender Zähler aktiv, zeigt das Display ausschließlich die Handfunktionsnummer an.

Noch ein Wort zum STOP-Taster:

Der STOP-Taster schaltet immer unmittelbar die Automatik aus; das ist seine Hauptfunktion. Nebenbei dient er auch zum Quittieren von Störungen, insbesondere wenn bei der/den Störungsmeldelampe(n) keine Tasterfunktion vorhanden ist. Bei Handfunktionen die eine besondere Aufmerksamkeit erfordern, z.B. das Loslassen einer Flaschenlage, kann die Handfuntion nur mit gleichzeitiger Betätigung des Stop-Tasters ausgeführt werden. Auch wenn mal im Notfall eine Verriegelung umgangen werden muss, kann eine Handfunktion durch gleichzeitiges Betätigen des Stop-Tasters zur Not-Fahrt erweitert werden.

 

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